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Osmoderma eremita (Scopoli, 1763) / Eremit

Synonyme


Juchtenkäfer

Rechtlicher Schutz und Rote Liste


Artenschutzrechtlicher Schutzstatus:SG (streng geschützt)
FFH:FFH-II * (Anhang II* - Art der FFH-Richtlinie (1992) - prioritäre Art), FFH-IV (Anhang IV - Art der FFH-Richtlinie (1992))
Rote Liste Deutschland:2 (stark gefährdet)

Bildautor: Jörg Gebert © 2006

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

Der Eremit bildet nach derzeitigem Kenntnisstand zwei verschiedene Rassen, die von einigen Spezialisten als eigene Arten angesehen werden (AUDISIO et al. 2007, 2009). Bei Inkrafttreten der FFH-Richtlinie zählten auch die heute teils kontrovers interpretierten Taxa einheitlich zu Osmoderma eremita, sodass unabhängig davon ob es nun Rassen oder Arten sind, alle diese Tiere wie ein Taxon zu behandeln sind. Die Taxa heißen Osmoderma eremita und Osmoderma barnabita.

Kennzeichen

Körper erzfarbig schwarz mit leicht abgeflachter Oberfläche. Größe bis zu 38 mm. Charakteristisch ist der Duft der männlichen Tiere nach Juchtenleder bzw. Aprikose.

Lebensweise

Osmoderma eremita lebt in Metapopulationen die aus mehreren in kleiner räumlicher Distanz stehenden Teilpopulationen besteht, welche die natürliche Reichweite des Käfers von ca. 300 m wohl nicht überschreitet. Größere Distanzen werden jedoch nicht ausgeschlossen (RANIUS & HEDIN 2001). Dabei ist jeder besiedelte Einzelbaum als Teilpopulation zu betrachten. Die Art führt eine sehr versteckte Lebensweise in mulmigem Substrat innerhalb von Baumhöhlen lebender Bäume. Nur etwa 15% der Tiere verlassen jemals ihre Brutstätten. Die Eiablage erfolgt im Mulm von Baumhöhlungen, die meist durch Astabbrüche, Blitzrinnen, Spechthöhlen o. ä. entstanden sind. Sie vollzieht sich in tieferen Schichten des Mulmkörpers der Höhlung. Die daraus schlüpfenden Larven bewegen sich in Bereichen mit einem bestimmten Feuchtigkeitsgradienten und zudem abhängig vom Angebot aufschließbaren Substrates. Abhängig von der allgemeinen Temperaturentwicklung dauert die Entwicklung der Käfer vom Ei zur Imago 3-4 Jahre. Dabei durchlaufen sie drei Larvenstadien. Am Ende der Entwicklung wird von der Larve ein Kokon gebaut, in dem sie sich nach einem Vorpuppenstadium zur Puppe entwickelt. Der Schlupf der fertigen Käfer erfolgt etwa von April-Juni. Von Juni bis Juli erscheinen die Tiere das erste Mal an der Oberfläche des Mulmkörpers. Die Geschlechterfindung geschieht entweder direkt in der eigenen Höhle oder innerhalb der Metapopulation. In warmer Witterung schwärmen die Weibchen aus und orientieren sich an dem aprikosenartigen süßlichen Geruch, den die Männchen ausströmen. Posierende Männchen kann man dann oft in den Höhleneingängen beobachten oder teilweise auch schon am charakteristischen Geruch erkennen.

Überregionale Verbreitung

Europäisch verbreitete Art mit Vorkommen vom nördlichen Spanien über Mittelschweden bis ins Baltikum und Westrussland und zum Balkan. In Deutschland in allen Bundesländern. Derzeit die meisten Funde im Osten des Landes: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern (SCHAFFRATH 2005).