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Graphoderus bilineatus (DeGeer, 1774) / Schmalbindiger Breitflügel-Tauchkäfer

Rechtlicher Schutz und Rote Liste


Artenschutzrechtlicher Schutzstatus:SG (streng geschützt)
FFH:FFH-II (Anhang II - Art der FFH-Richtlinie (1992)), FFH-IV (Anhang IV - Art der FFH-Richtlinie (1992))
Rote Liste Deutschland:3 (gefährdet)

Bildautor: Jörg Gebert © 2008

Allgemeine Arteninformationen


Taxonomie

Graphoderus bilineatus bildet keine Unterarten. Der Käfer besitzt keinen eingebürgerten volkstümlichen Namen wie verschiedene andere heimische Arten. Die deutsche Bezeichnung wurde erst mit der Einführung der FFH-Arten Diskussion eingeführt.

Kennzeichen

Bis zu 16 mm große Art mit sehr breiter heller Binde auf dem Halsschild, leicht mit anderen auch häufigen Arten der Gattung zu verwechseln ( z. B. G. cinereus) - ist somit nur vom Fachmann sicher ansprechbar.

Lebensweise

Die Larvalentwicklung vom Ei bis zur Puppe dauert durchschnittlich 2- 2,5 Monate (GALEWSKI 1990, HOLMEN 1993, WESENBERG-LUND 1912) wobei warmes Wasser die Entwicklung fördert, kälteres eine Verstetigung zur Folge hat. Die zylindrischen ca. 2 mm langen Eier werden nach ESENBERG-LUND (1912) bevorzugt in den Blütenstängeln der Wasserfeder (Hottonia palustris L.) oberhalb der Wasserlinie abgelegt. Da Graphoderus bilineatus auch Gewässer ohne das Vorkommen dieser Pflanze besiedelt ist davon auszugehen, dass auch andere luftführende Pflanzen für die Eiablage genutzt werden. Die Verpuppung erfolgt wie bei anderen Arten der Gattung Graphoderus in Hohlräumen an Land unter Moospolstern, Steinen, Hölzern oder anderen geeigneten Verstecken. Erst einige Tage (ca. 10) nach dem Schlupf und der Aushärtung verlassen die Imagines die Höhle um im Spätsommer bis Herbst geeignete Gewässer aufzusuchen. Dabei ist die Art offenbar in der Lage fliegend einige Kilometer zu überwinden. In der Oberlausitz, östlich von Weißwasser wurden nachweislich zeitweise völlig ausgetrocknete Gewässer in mindestens 2 km Entfernung (Luftlinie) zu einem beständig wasserführenden Teich wiederbesiedelt. Von April bis Ende Mai sind die überwinterten Käfer im Gewässer aktiv, die frisch Geschlüpften von Juli bis September und vereinzelt sogar bis November (KLAUSNITZER 2009). Sowohl die Larve als auch der Käfer müssen regelmäßig zur Auffüllung des Luftvorrates an die Wasseroberfläche. Um den Auftriebskräften zu widerstehen benötigen die Tiere struktureiche Untergründe um sich festhalten und verstecken zu können. Als Nahrung kommen wahrscheinlich ähnlich wie bei Graphoderus cinereus Krebstierchen, Köcherfliegen- und Zuckmückenlarven (DEDING 1980) und auch verschiedene Algen in Frage (GALEWSKI 1975, 1990).

Überregionale Verbreitung

Verbreitung von Westsibirien bis ins östliche Westeuropa. In Deutschland Hauptvorkommen im Norden und Osten sowie mit Nebenvorkommen im Südwesten des Landes verbreitet. Schwerpunktmäßig in den Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen. Den ungefähr 56 Fundstellen aus fast allen Bundesländern von vor 1980 stehen nur ca. 26 aktuelle Fundorte gegenüber.

Erhaltungszustand


Erhaltungszustand

ungünstig-schlecht

Phänologie


Phänogramm

Phänogramm